Samstag, 2. Februar 2013

Zensierte Kinderbücher - Die kleine Hexenjagd

Ist es Rassismus, wenn Pippi sagt: »Alle Menschen im Kongo lügen«? 

 

Aus Kinderbuch-Klassikern sollen Wörter gestrichen werden, die nicht mehr politisch korrekt sind. Das ist gut gemeint, aber ein Vergehen an der Literatur sagt Ulrich Greiner in der Zeit vom 17.01.2013.

"...Die Ministerin Kristina Schröder, im Interview mit der ZEIT gefragt, wie sie mit dem »kleinen Neger« umgehen würde, der gleich zu Beginn in Michael Endes Roman Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer auftaucht, antwortet, sie würde daraus beim Vorlesen »ein Baby mit schwarzer Hautfarbe« machen.
Schauen wir uns die Szene an. Auf der Insel Lummerland, die unter der Regentschaft von König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften von Frau Waas, Herrn Ärmel und Lukas dem Lokomotivführer bewohnt wird, kommt eines Tages ein Paket an. Man öffnet es:
»›Ein Baby!‹, riefen alle überrascht, ›ein schwarzes Baby!‹ – ›Das dürfte vermutlich ein kleiner Neger sein‹, bemerkte Herr Ärmel und machte ein sehr gescheites Gesicht.«
Frau Schröder würde übersetzen: »›Ein Baby!«, riefen alle überrascht, ›ein schwarzes Baby!‹ – ›Das dürfte vermutlich ein Baby mit schwarzer Hautfarbe sein‹, bemerkte Herr Ärmel und machte ein sehr gescheites Gesicht.«
Herr Ärmel ist ein Mann von großer Güte und kleinem Verstand, aber so blöde dann doch nicht. Und der Witz der Szene verschwindet..." (Die Zeit, Ausgabe 4 2013)

Lest den Artikel gern hier weiter, uns wird dieses Thema unter anderem auf den nächsten Team-Tagen begleiten. 

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